Kann man ein Cannabis-Getränk selbst machen?

Kann man ein Cannabis-Getränk selbst machen?

Stell dir vor, du trinkst ein kühles Bier nach einem langen Tag - nur dass dieses Bier nicht nur entspannt, sondern auch leicht euphorisch macht. Cannabis-Getränke sind kein Science-Fiction mehr. In Deutschland ist der Konsum von THC in Lebensmitteln zwar noch streng reguliert, aber CBD-Getränke und selbstgemachte Cannabis-Infusionen werden immer beliebter. Die Frage ist nicht mehr, ob man es kann, sondern wie man es sicher und effektiv macht.

Was ist eigentlich ein Cannabis-Getränk?

Ein Cannabis-Getränk ist kein normales Bier oder Soda, das einfach mit Blüten gemischt wurde. Der Wirkstoff, der für die Wirkung sorgt - meist THC oder CBD - muss erst aus der Pflanze gelöst werden. Das geht nicht mit Wasser, denn diese Cannabinoide sind fettlöslich. Du brauchst Fett, Alkohol oder eine spezielle Emulgator-Technik, um sie in ein Getränk zu bringen. Sonst landet der Wirkstoff einfach im Abfluss.

Es gibt zwei Hauptwege: entweder du infundierst Cannabis in Öl oder Butter, oder du verwendest bereits wasserlösliches CBD, das speziell für Getränke entwickelt wurde. Letzteres ist einfacher und verlässlicher. Viele kommerzielle Produkte in den USA und Kanada nutzen genau das: nanotechnologisch aufbereitetes CBD, das sich gleichmäßig im Wasser verteilt. In Deutschland ist das legal, solange kein THC enthalten ist.

Wie macht man ein CBD-Getränk zu Hause?

Wenn du kein THC verwenden willst - und in Deutschland ist das die sicherste Option - dann brauchst du nur drei Dinge: CBD-Öl, ein Getränk deiner Wahl und einen Schuss Zitronensaft.

  1. Wähle ein neutrales Getränk: Mineralwasser, Limonade, Tee oder sogar Kaffee funktionieren. Vermeide Milchprodukte, wenn du kein Fett brauchst - CBD-Öl löst sich besser in fettigen Flüssigkeiten, aber wasserlösliches CBD nicht.
  2. Füge 10-25 mg CBD-Öl hinzu. Die Dosierung hängt von deiner Toleranz ab. Für Anfänger: fang mit 10 mg an. Ein Tropfen CBD-Öl enthält meist 5-10 mg.
  3. Gebe einen Spritzer Zitronensaft dazu. Das hilft, das Öl etwas besser zu emulgieren und verhindert, dass es an der Oberfläche schwimmt.
  4. Rühre gut um und trinke sofort. CBD wirkt nach 20-45 Minuten, wenn du es mit dem Magen aufnimmst.

Ein einfaches Rezept: 300 ml Apfelsaft + 15 mg CBD-Öl + 1 TL Zitronensaft. Gut schütteln und genießen. Kein Geschmack von Gras, keine Nebenwirkungen - nur eine sanfte Entspannung.

Kann man THC in ein Getränk mischen?

Technisch ja. Praktisch? Sehr riskant - und in Deutschland illegal, wenn du es selbst herstellst.

THC ist in Deutschland nur in verschreibungspflichtigen Medikamenten wie Sativex oder Dronabinol erlaubt. Wer Cannabis-Blüten oder Extrakte in ein Getränk rührt, macht sich strafbar, selbst wenn es nur für den Eigenbedarf ist. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft sehen das als Herstellung von Betäubungsmitteln an - und das gilt auch für kleine Mengen.

Es gibt Ausnahmen: Ärzte können THC-Getränke verschreiben, z. B. für Patienten mit chronischen Schmerzen oder Multiple Sklerose. Aber das sind medizinische Produkte mit genau dosierter Wirkstoffkonzentration, nicht irgendein selbstgebrühtes „Cannabis-Bier“ aus dem Keller.

Und selbst wenn du es legal herstellen könntest - die Dosierung ist ein Problem. THC wirkt anders, wenn du es trinkst, als wenn du es rauchst. Der Körper wandelt es in 11-Hydroxy-THC um, eine stärkere Form. Das kann zu unerwartet starken Effekten führen: Schwindel, Angst, Übelkeit. Viele Anfänger berichten von „überdosisierten“ Erlebnissen, weil sie nach 20 Minuten nichts spürten und noch mehr tranken - und dann 90 Minuten später komplett aus waren.

Ein transparentes Glas mit gleichmäßig verteilten, leuchtenden CBD-Molekülen in klarem Flüssigkeitsmedium.

Was ist mit Cannabis-Bier?

Cannabis-Bier gibt es schon seit Jahrhunderten - aber nicht, wie du denkst. In alten Rezepten aus dem 18. Jahrhundert wurde Hanf als Bitterstoff verwendet, nicht als Rauschmittel. Die heutigen „Cannabis-Biere“ aus den USA oder Kanada sind entweder CBD-haltig oder enthalten nur Hanfsamen - keine Wirkstoffe.

Ein echtes THC-Bier zu brauen ist extrem kompliziert. Du müsstest Cannabis in einer alkoholischen Lösung infundieren, dann den Alkohol wieder entfernen - und dabei die Wirkstoffe erhalten. Das ist eine chemische Prozess, der in einer Privatküche nicht machbar ist. Außerdem: Bier hat einen hohen pH-Wert und viel Wasser. THC löst sich da nicht. Selbst wenn du es schaffst, ist die Dosierung ungenau. Ein Bier mit 5 mg THC ist ein Bier mit 5 mg THC - aber wie viele Milligramm sind wirklich drin? Niemand weiß es genau.

Und in Deutschland? Kein Bier mit THC ist legal. Selbst wenn du es aus dem Ausland importierst, wird es als Betäubungsmittel beschlagnahmt. Die Zollbehörden prüfen Getränke auf THC-Gehalt - und wenn es über 0,2 % THC hat, ist es verboten. Und selbst 0,2 % ist zu viel, wenn es nicht aus zertifiziertem Hanf stammt.

Was funktioniert wirklich?

Wenn du ein Cannabis-Getränk willst, das legal, sicher und wirksam ist, dann gehst du diesen Weg:

  • Wähle wasserlösliches CBD-Öl mit Zertifikat (COA). Achte auf „broad spectrum“ oder „isolate“ - und auf die Angabe „0 % THC“.
  • Verwende nur Produkte, die in der EU zugelassen sind und nach GMP hergestellt wurden.
  • Trinke es mit einer Mahlzeit. Fett hilft, die Aufnahme zu verbessern.
  • Warte mindestens 60 Minuten, bevor du eine zweite Dosis nimmst.
  • Vermeide Mischungen mit Alkohol. CBD und Alkohol können sich gegenseitig verstärken - und das führt zu unangenehmen Nebenwirkungen.

Einige Marken in Deutschland, wie GreenTonic oder Herbivore, verkaufen bereits CBD-Getränke in Apotheken oder Online-Shops. Sie enthalten 10-20 mg CBD pro Flasche, sind alkoholfrei und geschmacksneutral. Kein Rausch, aber klare Wirkung: weniger Stress, bessere Schlafqualität, leichte Schmerzlinderung.

Ein traditioneller Bierkrug mit CBD-Getränk und Hanfblättern, symbolisiert als beruhigendes, alkoholfreies Getränk.

Was du lieber nicht machst

Vermeide diese drei Fehler, wenn du Cannabis-Getränke zubereitest:

  1. Kein THC aus der Pflanze in Getränke rühren. Das ist illegal und gefährlich.
  2. Kein Cannabis in kaltes Wasser geben. Es löst sich nicht. Du trinkst nur Graswasser.
  3. Keine Dosierung schätzen. Wenn du 20 mg CBD brauchst, misst du sie - du redest nicht „ein bisschen“ dazu.

Und vergiss nicht: Wirkung beginnt nicht sofort. Du musst Geduld haben. Wenn du nach 30 Minuten nichts spürst, ist das normal. Warte mindestens 90 Minuten, bevor du mehr nimmst. Besser ein bisschen zu wenig als zu viel.

Was kommt als Nächstes?

Die Cannabis-Getränke-Industrie wächst. In der EU wird bald eine neue Verordnung kommen, die CBD-Getränke klarer regelt. In Deutschland könnte es in den nächsten Jahren zertifizierte, legal verkaufte CBD-Biere geben - mit genau dosiertem CBD, ohne Alkohol, ohne THC.

Die Technik ist da. Die Nachfrage ist da. Die Gesetze hinken hinterher. Bis dahin: bleib legal, bleib sicher. Und wenn du dich entscheidest, ein Getränk mit CBD zu trinken - tu es bewusst. Nicht als Ersatz für Alkohol, sondern als Werkzeug für mehr Wohlbefinden.

Kann man Cannabis-Bier in Deutschland kaufen?

Nein. Kein Bier mit THC ist in Deutschland legal erhältlich. Es gibt CBD-haltige Getränke, aber diese enthalten keine berauschenden Wirkstoffe. Ein echtes Cannabis-Bier mit THC ist verboten - egal, ob es aus dem Ausland kommt oder selbst gemacht ist.

Ist CBD-Getränk legal in Deutschland?

Ja, solange das CBD-Getränk keinen THC enthält oder nur maximal 0,2 % THC aus zugelassenem Hanf. Die Produkte müssen als Lebensmittel eingestuft sein und dürfen keine medizinischen Ansprüche erheben. Du findest sie in Apotheken, Bioläden oder seriösen Online-Shops mit COA-Zertifikat.

Wie lange wirkt ein CBD-Getränk?

Die Wirkung setzt nach 20-60 Minuten ein und hält 4-6 Stunden an. Das hängt von deinem Körpergewicht, deinem Stoffwechsel und ob du etwas gegessen hast. Mit Essen wirkt es länger und stärker.

Kann man CBD mit Alkohol mischen?

Technisch ja, aber es ist nicht empfehlenswert. Beide Substanzen wirken beruhigend - zusammen können sie Schwindel, Übelkeit oder extreme Müdigkeit verursachen. Viele Menschen fühlen sich danach benommen, nicht entspannt. Besser: CBD mit Wasser oder Tee, Alkohol getrennt.

Warum schmeckt mein selbstgemachtes CBD-Getränk nach Gras?

Weil du wahrscheinlich nicht wasserlösliches CBD, sondern reines CBD-Öl verwendet hast. Reines Öl hat einen starken, erdigen Geschmack. Wähle stattdessen wasserlösliches CBD, das geschmacksneutral ist - oder mische es in stark aromatisierte Getränke wie Ingwer-Limonade oder Beeren-Smoothies.