Warum ist CBG so teuer? Die wahren Kosten hinter der Kosmetik-Revolution

Warum ist CBG so teuer? Die wahren Kosten hinter der Kosmetik-Revolution

Wenn du schon mal eine Creme mit CBG gekauft hast, hast du dich sicher gefragt: Warum ist CBG so teuer? Eine kleine Flasche mit 30 ml kann leicht über 100 Euro kosten - viel mehr als CBD-Ol oder selbst hochwertige Anti-Aging-Cremes. Es fühlt sich an, als würde man für Goldstaub bezahlen. Aber es gibt klare, messbare Gründe dafür - und sie haben wenig mit Marketing zu tun.

CBG ist extrem selten in der Pflanze

CBG, kurz für Cannabigerol, ist der Ur-Vater aller Cannabinoide. In jungen Cannabispflanzen entsteht es zuerst, bevor es sich in CBD, THC und andere Verbindungen verwandelt. Aber hier liegt das Problem: In der meisten kommerziellen Hanfzucht wird die Pflanze genau dann geerntet, wenn CBD seinen Höhepunkt erreicht - meist um die 6. bis 8. Woche. Zu diesem Zeitpunkt ist CBG fast vollständig verschwunden. Nur in den letzten Tagen vor der Blüte, wenn die Pflanze kurz vor dem Verfall steht, steigt der CBG-Anteil kurz an. Und das ist ein Zeitfenster von maximal 72 Stunden.

Um nur 1 Gramm reines CBG zu gewinnen, braucht man zwischen 50 und 100 Kilogramm Pflanzenmaterial. Für CBD reichen 5-10 Kilogramm. Das allein erklärt schon, warum CBG 20- bis 50-mal teurer ist als CBD. Es ist nicht nur schwer zu finden - es ist fast wie eine Nadel im Heuhaufen, und der Haufen ist riesig.

Die Extraktion ist komplizierter und teurer

Nicht nur die Menge ist gering - auch die Gewinnung ist aufwendig. CBG hat eine andere chemische Struktur als CBD oder THC. Es ist weniger löslich in Alkohol und Ölen, was herkömmliche Extraktionsmethoden wie CO2-Extraktion oder Ethanol-Extraktion weniger effektiv macht. Hersteller müssen spezielle Temperatur- und Druckprofile einhalten, um CBG selektiv zu isolieren. Das bedeutet längere Prozesszeiten, höhere Energiekosten und mehr technische Ausrüstung.

Einige Labore verwenden sogar chromatografische Trennverfahren - die gleichen Methoden, die in der Pharmaindustrie für Medikamente eingesetzt werden. Diese Verfahren kosten pro Durchlauf mehrere tausend Euro. Und weil die Ausbeute so niedrig ist, muss man oft mehrere dieser teuren Durchläufe machen, um eine handhabbare Menge zu bekommen. Kein Wunder, dass nur wenige Anbieter das wagen.

CBG wird in kleinen Chargen produziert - und das kostet

Im Gegensatz zu CBD, das in tonnenweisen Mengen produziert wird, wird CBG in Laboren in kleinen Chargen von 100 bis 500 Gramm hergestellt. Das ist nicht nur ineffizient - es verhindert auch Skaleneffekte. Kein Hersteller kann die Kosten pro Gramm senken, weil er nicht genug produziert. Jede Charge muss einzeln geplant, überwacht und getestet werden. Keine Automatisierung, keine Massenproduktion. Nur Handarbeit, Laborausrüstung und Zeit.

Das führt zu einem weiteren Problem: Die Lieferketten sind kurz und brüchig. Wenn ein Labor in den Niederlanden oder in Kanada eine Charge produziert, muss sie nach Deutschland, USA oder Japan transportiert werden. Mit einem Wert von 5.000 Euro pro Gramm ist jede Lieferung ein Risiko - und das wird in den Preis eingerechnet.

Junge Hanfpflanze mit golden leuchtenden CBG-Tropfen kurz vor der Blüte, während andere Blüten bereits CBD-betont sind.

Die Forschung ist jung - und teuer

CBG ist kein neuer Stoff. Er wurde bereits 1930 entdeckt. Aber erst seit 2020 hat die Wissenschaft wirklich begonnen, seine Wirkung auf die Haut zu untersuchen. Studien aus der University of Colorado und dem European Journal of Dermatology zeigen, dass CBG entzündungshemmend wirkt, die Hautbarriere stärkt und sogar bei Akne, Ekzemen und Psoriasis helfen könnte. Einige Studien deuten sogar darauf hin, dass CBG die Bildung von Hautzellen regeneriert - das ist etwas, was CBD nicht kann.

Doch diese Forschung kostet Geld. Klinische Studien mit menschlichen Probanden, Laboranalysen, Patentanmeldungen - alles muss finanziert werden. Und weil CBG kein THC enthält, fallen die meisten Anbieter nicht unter die regulären Cannabis-Gesetze. Sie müssen trotzdem als „neue kosmetische Inhaltsstoffe“ zugelassen werden - eine bürokratische Hürde, die in der EU besonders streng ist. Diese Kosten werden nicht von der Industrie getragen, sondern von dir - dem Konsumenten.

Qualität und Reinheit haben ihren Preis

Wenn du CBG in deiner Creme hast, willst du wissen, dass es wirklich da ist - und nicht nur als Marketingtrick aufgedruckt. Deshalb müssen Hersteller jede Charge auf Reinheit, Schwermetalle, Pestizide und Lösungsmittelrückstände testen. Dafür braucht man hochwertige Labore, die nach ISO 17025 zertifiziert sind. Ein einzelner Test kostet zwischen 300 und 800 Euro. Und weil CBG so selten ist, gibt es kaum Standard-Referenzmaterialien. Das heißt: Jeder Test ist ein Einzelprojekt.

Einige Marken geben sogar detaillierte Zertifikate aus - mit HPLC-Diagrammen, die zeigen, wie viel CBG wirklich enthalten ist. Diese Transparenz ist ein Luxus. Und sie ist teuer.

CBG-Creme mit symbolischen Elementen: 100kg Hanf, Laborausrüstung, Forschungszeit und reparierende Hautzellen in einer minimalistischen Darstellung.

Warum nicht einfach mehr CBG anbauen?

Die naheliegende Frage ist: Warum züchtet man nicht einfach Hanfsorten mit hohem CBG-Gehalt? Die Antwort ist einfach: Es funktioniert nicht so leicht. Hanf ist ein komplexes Pflanzenwesen. Wenn man versucht, den CBG-Gehalt zu erhöhen, indem man die Pflanze früher erntet, sinkt der CBD- und THC-Gehalt - aber auch der Gesamt-Ertrag. Die Pflanze wächst langsamer, ist anfälliger für Krankheiten und produziert weniger Biomasse.

Einige Forscher in Deutschland und den USA experimentieren mit genetisch selektierten Sorten, die CBG länger speichern. Doch bislang ist kein kommerziell tragfähiger Hanf entstanden, der mehr als 1 % CBG liefert - und das bei akzeptablem Ertrag. Die meisten „CBG-Hanf“-Sorten liefern nur 0,3-0,6 %. Das ist nicht genug, um die Kosten zu decken.

Was du wirklich bekommst - und was du nicht bekommst

Ein CBG-Creme ist nicht einfach „CBD mit einem teureren Namen“. Es ist ein völlig anderes Molekül mit anderen Wirkmechanismen. Während CBD hauptsächlich die Endocannabinoid-Rezeptoren moduliert, wirkt CBG direkt auf die Hautzellen - es aktiviert spezifische Rezeptoren, die für die Regeneration und den Feuchtigkeitshaushalt zuständig sind. Es hemmt Entzündungen, ohne die Haut zu trocknen. Es schützt vor Umweltstress. Und es hat eine längere Wirkdauer als CBD.

Du zahlst nicht für eine „Luxus-Zutat“. Du zahlst für:

  • 100 kg Pflanzenmaterial pro Gramm CBG
  • Speziallabore mit teuren Geräten
  • Monatelange Forschung und Zulassung
  • Handarbeit statt Massenproduktion
  • Strenge Qualitätskontrolle mit jedem Batch

Das ist kein Spiel. Das ist echte, wissenschaftlich fundierte Kosmetik - mit einer Produktion, die fast so aufwendig ist wie die Herstellung eines Medikaments.

Was kommt als Nächstes?

Es gibt Hoffnung. In den nächsten drei bis fünf Jahren könnte sich das ändern. Neue Züchtungstechniken, wie CRISPR, ermöglichen es, Hanf mit stabil hohem CBG-Gehalt zu entwickeln. Einige Unternehmen in Sachsen und Brandenburg experimentieren bereits mit Feldversuchen. Wenn es gelingt, eine Sorte zu finden, die 2-3 % CBG liefert, könnte der Preis in fünf Jahren um 60-70 % sinken.

Bis dahin: Wenn du eine CBG-Creme kaufst, weißt du, warum sie teuer ist. Du zahlst nicht für das Label. Du zahlst für die Wissenschaft, die Zeit, die Technik und die Seltenheit. Und das ist es wert - wenn du wirklich etwas für deine Haut tun willst, das CBD nicht kann.

Ist CBG besser als CBD für die Haut?

CBG und CBD wirken unterschiedlich. CBD beruhigt die Haut und reduziert Entzündungen, besonders bei Rötungen oder Reizungen. CBG geht einen Schritt weiter: Es regeneriert die Hautbarriere, fördert die Zellneubildung und blockiert spezifische Entzündungswege, die bei Akne und Ekzemen eine Rolle spielen. Studien zeigen, dass CBG bei Hautreparatur überlegen sein kann - besonders bei chronischen Problemen. Aber CBD ist noch besser für allgemeine Beruhigung. Die beste Lösung ist oft eine Kombination aus beiden.

Kann man CBG selbst herstellen?

Nein. Die Extraktion von CBG erfordert hochspezialisierte Ausrüstung - wie Hochleistungs-Flüssigkeitschromatographie (HPLC) und präzise Temperaturkontrollsysteme. Selbst erfahrene DIY-Enthusiasten schaffen es nicht, reines CBG zu isolieren. Die Gefahr von Kontamination mit Lösungsmitteln oder anderen Cannabinoiden ist extrem hoch. Und in Deutschland ist die Verarbeitung von Cannabis-Extrakten ohne Genehmigung illegal. Es ist nicht nur unmöglich - es ist auch gefährlich.

Warum gibt es so wenige CBG-Produkte auf dem Markt?

Weil die Produktion so kostspielig und aufwendig ist. Nur wenige Hersteller haben die finanziellen Mittel, die technische Expertise und die Geduld, um CBG zu produzieren. Die meisten Marken testen es nur in kleinen Pilotserien. Außerdem ist die Nachfrage noch begrenzt - viele Verbraucher kennen CBG nicht. Das führt zu einem Kreislauf: Keine Nachfrage → keine Produktion → keine Verfügbarkeit → keine Kenntnis. Doch das ändert sich langsam.

Ist CBG legal in Deutschland?

Ja - solange es aus legal angebautem Hanf mit einem THC-Gehalt unter 0,2 % stammt. CBG selbst ist kein Betäubungsmittel und fällt nicht unter das Betäubungsmittelgesetz. Es wird als kosmetischer Inhaltsstoff klassifiziert. Alle zugelassenen CBG-Produkte müssen eine Analyse vorlegen, die den THC-Gehalt nachweist. Achte auf die Zertifikate - sie sind dein bester Schutz.

Wie erkenne ich echtes CBG in einer Creme?

Echtes CBG steht immer klar auf der Zutatenliste als „Cannabigerol“ oder „CBG“. Der Hersteller sollte ein Laborzertifikat (COA) bereitstellen, das die Konzentration und Reinheit nachweist - mit HPLC-Daten. Wenn du nur „Cannabis-Extrakt“ oder „Hemp Extract“ siehst, ist es höchstwahrscheinlich CBD. CBG ist so selten, dass Hersteller es nicht verstecken. Wenn es drin ist, sagen sie es auch.