Gesundheitsaussagen zu CBD, HHC & Co. – was erlaubt ist
Gesundheitsaussagen über CBD, HHC oder andere Cannabinoide sind heiß diskutiert. Händler, Hersteller und Konsumenten wollen wissen: Was darf man sagen, was nicht? Hier erkläre ich kurz, praktisch und ohne Fachchinesisch, welche Aussagen rechtlich zulässig sind und worauf du als Käufer oder Verkäufer achten musst.
Gesundheitsaussagen sind Aussagen, die ein Produkt mit einer gesundheitlichen Wirkung verbinden. In der EU regelt die Health Claims-Verordnung, welche Aussagen für Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel zugelassen sind. Nur genehmigte Aussagen dürfen auf Verpackungen und in Werbematerial stehen. Für CBD als Lebensmittelprodukt gilt zusätzlich die Novel-Food-Regel: CBD-Produkte benötigen eine Zulassung, bevor sie als Lebensmittel verkauft werden dürfen.
Was gilt für CBD-Cremes und kosmetische Produkte?
Kosmetika dürfen keine heilenden Aussagen machen wie „lindert Rückenschmerzen“ oder „behandelt Herz-Kreislauf-Erkrankungen“. Formulierungen wie „pflegt“, „beruhigt die Haut“ oder „spendet Feuchtigkeit“ sind dagegen zulässig, wenn sie wahr sind. Hersteller sollten Nachweise für die behaupteten Effekte haben und keine medizinischen Versprechungen in Produktbeschreibungen, Social Media oder Landingpages nutzen.
Medizinische Aussagen, Nahrungsergänzung und Werbung
Wenn ein Produkt eine krankheitsvorbeugende oder therapeutische Wirkung beansprucht, gilt es als Arzneimittel. Dann braucht es Zulassung durch die zuständigen Behörden. Nahrungsergänzungsmittel dürfen zwar Inhaltsstoffe angeben, aber keine Aussagen zur Heilung oder Linderung von Krankheiten. Werbung, die Heilversprechen macht, kann Abmahnungen, Bußgelder oder Produktstopp nach sich ziehen.
Wie erkennst du irreführende Claims? Vorsicht bei Formulierungen wie „heilt“, „wirkt wie ein Medikament“, „besser als Schmerztabletten“ oder konkreten Zahlen zur Wirkdauer ohne Studienangabe. Seriöse Anbieter verweisen auf klinische Studien, nennen die Studiengröße und Publikationsort. Fehlen diese Informationen, ist Skepsis angebracht.
Für Konsumenten: Frag nach Laborberichten, Charge-Nummern und genauen Inhaltsstoffen. Lies Artikel über Nebenwirkungen und Wechselwirkungen – CBD kann etwa mit Blutverdünnern interagieren. Bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme immer Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt halten.
Für Verkäufer: Verwende geprüfte Formulierungen, halte dich an die Liste genehmigter Health Claims und kennzeichne Produkte korrekt. Dokumentiere Tests und Studien, die deine Angaben stützen. Vermeide Suggestivbilder oder Testimonials, die medizinische Wirkungen suggerieren.
Kurze Checkliste: 1) Keine Heilversprechen ohne Zulassung. 2) Transparente Produktinformationen und Laborwerte. 3) Keine falschen Vergleichsaussagen zu Arzneimitteln. 4) Hinweise zu Nebenwirkungen und Wechselwirkungen geben. Mit diesen Punkten reduzierte du rechtliches Risiko und baust Vertrauen auf.
Wenn du unsicher bist, frag eine Rechtsberatung oder eine zuständige Behörde. Gesunde Skepsis schützt dich vor falschen Versprechen und hilft, echte, sichere Produkte zu finden.
Praktische Beispiele: Statt „heilt Rückenschmerzen“ kannst du schreiben: „zur Unterstützung bei Muskelverspannungen bei äußerlicher Anwendung“ oder „kann die Haut beruhigen“ – aber nur wenn Studien oder Tests das zeigen. Bei CBD-Gummibärchen und Edibles darfst du keine therapeutische Wirkung versprechen; verweise auf Inhaltsstoffe und empfohlene Dosierung. Bewahre Laborzertifikate und Analysen als PDF auf, verlinke sie auf der Produktseite. Wenn Kunden über Nebenwirkungen berichten, nimm das ernst, dokumentiere den Fall und empfehle ärztlichen Rat. Melde irreführende Anbieter bei Verbraucherzentralen oder den Behörden. So schützt du Kunden und dein Business – und vermeidest teure Abmahnungen.
Mehr Infos zu Nebenwirkungen, Dosierung und rechtlichen Fragen findest du in unseren Artikeln, etwa 'Nebenwirkungen von CBD Öl' und 'CBD gegen Rückenschmerzen' jetzt lesen.