Kann man CBG in Kosmetikprodukten auf Amazon verkaufen?

Kann man CBG in Kosmetikprodukten auf Amazon verkaufen?

Wenn du überlegst, CBG (Cannabigerol) in deinen Hautpflegeprodukten einzusetzen und sie auf Amazon zu verkaufen, dann musst du wissen: Es ist nicht einfach nur eine Frage der Nachfrage. Es geht um Gesetze, Plattformregeln und echte Produktionsstandards. Viele Händler denken, weil CBD auf Amazon erlaubt ist, müsste CBG auch gehen. Das ist ein gefährlicher Irrtum.

Was ist CBG überhaupt?

CBG ist ein Cannabinoid, das in der Hanfpflanze vorkommt - aber in viel geringeren Mengen als CBD oder THC. Es wird oft als „Mutter von CBD und THC“ bezeichnet, weil es die Vorstufe dieser anderen Verbindungen ist. In jungen Pflanzen ist CBG am häufigsten, aber mit der Reife wandelt sich der Großteil davon in CBD oder THC um. Das macht CBG selten und teuer. Aber es hat einzigartige Eigenschaften: Studien zeigen, dass CBG entzündungshemmend wirkt, die Hautbarriere stärkt und möglicherweise gegen Akne und trockene Haut hilft. Einige Hersteller werben damit, dass CBG anti-aging-Effekte hat. Das ist nicht bewiesen, aber es gibt erste Laborergebnisse.

Warum ist Amazon so streng bei CBG?

Amazon verbietet explizit alle Produkte, die Cannabidiol (CBD) oder andere Cannabinoide enthalten, wenn sie nicht aus industriell angebautem Hanf mit weniger als 0,3 % THC stammen - und selbst dann nur, wenn sie als Lebensmittel oder Medikamente gekennzeichnet sind. CBG fällt unter diese Regelung. Selbst wenn dein Produkt 0 % THC hat, wird Amazon es als „Cannabinoid“ einstufen. Und das ist ein roter Punkt. Amazon hat klare Richtlinien: Keine Produkte mit Cannabinoiden, die nicht als zugelassene Arzneimittel gelten. Kosmetika mit CBG zählen nicht dazu. Selbst wenn du auf der Verpackung „nur für äußerliche Anwendung“ schreibst, wird der Algorithmus es als verbotenen Stoff erkennen.

Es gibt Händler, die CBG-Cremes auf Amazon verkaufen - aber die meisten laufen unter dem Radar. Sie nutzen Vornamen wie „Hanföl“ oder „Cannabis Sativa Seed Oil“ und verstecken CBG in der Zutatenliste. Das ist riskant. Amazon löscht solche Listings regelmäßig, sperrt Accounts und verlangt manchmal sogar Rückzahlungen von Verkäufen. Es ist kein Spiel, das du gewinnen kannst - es ist ein Risiko, das du nicht eingehen solltest.

Amazon-Produktliste mit rotem Verstoß-Icon, CBG- und THC-Moleküle im Hintergrund.

Was steht im Gesetz?

In der EU ist CBG als neue Zutat in Kosmetika nicht explizit verboten - aber es ist auch nicht klar zugelassen. Die Europäische Kommission hat 2023 eine Liste veröffentlicht, die alle zugelassenen Inhaltsstoffe in Kosmetika aufführt. CBG steht nicht darauf. Das bedeutet: Du darfst es verwenden, aber du bist verantwortlich für die Sicherheit. Du musst einen Sicherheitsbericht erstellen, der die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit beweist. Das kostet Tausende von Euro und braucht Monate. Kein kleiner Hersteller macht das. Und Amazon verlangt nicht nur den Sicherheitsbericht - sie verlangen auch, dass du den Stoff in deiner Produktbeschreibung nicht erwähnst. Sonst wird dein Listing sofort entfernt.

Was passiert, wenn du es trotzdem versuchst?

Wenn du ein CBG-Produkt auf Amazon hochlädst, passiert meist eines von drei Dingen:

  • Dein Listing wird automatisch blockiert - du bekommst eine E-Mail mit „Verstoß gegen die Produktpolitik“.
  • Dein Konto wird vorübergehend gesperrt, bis du einen „Korrekturplan“ einreichst - und der wird abgelehnt, weil du nicht nachweisen kannst, dass CBG erlaubt ist.
  • Dein Konto wird dauerhaft geschlossen - und du verlierst alle Verkäufe, Bewertungen und Werbebudgets.

Es gibt keine klare Warnung. Keine zweite Chance. Amazon arbeitet mit KI, die nach Stichworten wie „CBG“, „Cannabigerol“, „Cannabis“ oder sogar „Hemp Extract“ sucht. Selbst wenn du es als „Botanischer Extrakt“ bezeichnest, wird es erkannt. Und wenn ein Kunde eine Reklamation wegen „verbotener Inhaltsstoffe“ einreicht, wird Amazon sofort handeln - ohne Rücksicht auf deine Argumente.

Hand legt CBG-Fläschchen in einen Shredder, während legale Inhaltsstoffe auf dem Counter liegen.

Was kannst du stattdessen tun?

Du willst CBG nutzen? Dann verkaufe es nicht auf Amazon. Nutze stattdessen eigene Webseiten, Instagram, TikTok oder spezialisierte Marktplätze wie GreenShop oder HempFusion. Dort kannst du deine Produkte mit voller Transparenz präsentieren: Laborberichte, Zutatenliste, Herkunft, Wirkungsweise. Dort erwarten Kunden genau das - und sie vertrauen dir, wenn du ehrlich bist.

Alternativ: Verwende CBG in deinen Produkten, aber nenne es nicht. Verwende stattdessen „Cannabis Sativa Seed Oil“ - das ist erlaubt, weil es aus den Samen kommt und keine Cannabinoide enthält. Oder nutze andere, legal zugelassene Inhaltsstoffe mit ähnlicher Wirkung: Niacinamid für die Barrierefunktion, Hyaluronsäure für die Feuchtigkeit, Resveratrol für die Antioxidantien. Diese Stoffe haben Studien, Zulassungen und keine rechtlichen Risiken.

Wie sieht die Zukunft aus?

2025 hat die EU eine neue Verordnung für Kosmetika beschlossen. Sie soll bis 2026 in Kraft treten. Darin wird es um eine bessere Transparenz gehen - und um eine klare Definition, welche Cannabinoide in Hautpflege erlaubt sind. CBG könnte dabei aufgenommen werden - aber nur, wenn es als „nicht psychoaktiv“ und „nicht suchterzeugend“ nachgewiesen ist. Bis dahin ist es ein Graubereich. Und Amazon wird nicht warten. Sie werden weiterhin alles blockieren, was auch nur entfernt nach Cannabis riecht.

Dein Ziel sollte nicht sein, CBG auf Amazon zu verkaufen. Dein Ziel sollte sein, ein vertrauenswürdiges Markenprodukt zu bauen - mit echten Ergebnissen, transparenten Zutaten und einem Ort, an dem Kunden dich finden wollen. Amazon ist nicht der richtige Platz dafür. Es ist ein Markt, der dich bestraft, wenn du dich zu sehr ausprobierst. Suche dir einen Platz, der deine Werte respektiert - nicht einen, der deine Produkte löscht, bevor sie verkauft werden.

Kann ich CBG in einer Creme verwenden, wenn ich es nicht auf der Verpackung nenne?

Technisch ja - aber es ist riskant. Amazon scannt nicht nur die Verpackung, sondern auch die Produktbeschreibung, die Zutatenliste und Kundenrezensionen. Selbst wenn du „CBG“ nicht schreibst, kann die KI es aus anderen Hinweisen ableiten - zum Beispiel wenn du „Hanfblütenextrakt“ oder „Cannabis Sativa“ nennst. Die Wahrscheinlichkeit, dass dein Produkt entdeckt wird, ist sehr hoch. Besser ist es, komplett auf CBG zu verzichten oder es nur auf eigenen Plattformen zu verkaufen.

Gibt es CBG-Produkte auf Amazon, die erfolgreich sind?

Einige Listings existieren - aber sie sind meist kurzlebig. Sie werden innerhalb von Tagen oder Wochen gelöscht, wenn ein Kunde reklamiert oder Amazon die Zutatenliste aktualisiert. Es gibt keine dauerhaften CBG-Produkte auf Amazon. Wer behauptet, er verkaufe erfolgreich CBG-Cremes, hat entweder ein anderes Produkt im Angebot oder nutzt einen Account, der bald gesperrt wird. Es gibt keine legale, nachhaltige Methode, CBG auf Amazon zu verkaufen.

Ist CBG in der EU legal in Kosmetikprodukten?

CBG ist nicht explizit verboten, aber auch nicht zugelassen. Es steht nicht auf der Liste der erlaubten Inhaltsstoffe der EU-Kosmetikverordnung. Das bedeutet: Du darfst es verwenden, aber du bist allein verantwortlich für die Sicherheit. Du musst einen wissenschaftlichen Sicherheitsbericht vorlegen, der zeigt, dass das Produkt keine gesundheitlichen Risiken birgt. Dieser Bericht kostet mindestens 5.000 Euro und dauert 3-6 Monate. Die meisten kleinen Hersteller können das nicht leisten.

Warum ist CBD auf Amazon erlaubt, aber CBG nicht?

CBD ist es nicht. Amazon verbietet auch CBD in Kosmetika - aber es gibt eine Grauzone: Einige Händler verkaufen CBD-Öl als „Nahrungsergänzung“ oder „Topical Oil“ mit der Aussage, es sei nicht für die Haut gedacht. Das ist ein Trick. Amazon toleriert das manchmal, aber nicht immer. CBG wird strenger kontrolliert, weil es noch seltener ist, weniger erforscht und in der öffentlichen Wahrnehmung mit THC assoziiert wird. Amazon reagiert auf Risiko - nicht auf Legalität.

Was passiert, wenn ich CBG aus der Zutatenliste streiche, aber es trotzdem drin habe?

Das ist Betrug. Wenn du einen Inhaltsstoff weglässt, aber er im Produkt enthalten ist, verstößt du gegen das EU-Kosmetikrecht und gegen Amazon-Richtlinien. Wenn ein Kunde oder eine Behörde das herausfindet, kannst du mit einer Geldstrafe, einem Produktrückruf oder sogar einer strafrechtlichen Anklage rechnen. Es ist kein „kleiner Trick“ - es ist ein schwerwiegender Rechtsverstoß. Die Konsequenzen sind viel schlimmer als ein gelöschtes Listing.