Gartenarbeit: Cannabis-Nährstoffmangel erkennen und beheben
Fehlt der richtige Nährstoff, reagiert Cannabis oft schnell: gelbe Blätter, langsames Wachstum oder verbrannte Blattspitzen. Du musst nicht raten. Mit ein paar einfachen Prüfungen findest du die Ursache und kannst gezielt handeln. Ich erkläre dir klare Symptome und praxistaugliche Lösungen, damit deine Pflanzen wieder fit werden.
Schnelltest: Symptome erkennen
N-Mangel zeigt sich durch blasse, gelbe ältere Blätter und schwaches Wachstum. Phosphor-Mangel führt zu dunkelgrünen oder violetten Blattverfärbungen und weniger Blüten. Kalium-Mangel macht sich durch braune Blattkanten und verbrannte Spitzen bemerkbar. Magnesium fehlt, wenn die Blattadern grün bleiben, dazwischen aber gelb werden. Eisenmangel zeigt gelbe junge Blätter mit grünen Adern. Achte auf Pflanzenteil, betroffenes Alter und Muster – das hilft beim Diagnostizieren.
Schnelle Gegenmaßnahmen
Erster Schritt: pH prüfen. Viele Nährstoffprobleme kommen vom falschen pH-Wert. Für Erde liegt der optimale Bereich meist bei 6,0–7,0, für Hydrokultur bei 5,5–6,5. Ist der pH im falschen Bereich, sind Nährstoffe blockiert. Zweiter Schritt: EC oder Leitfähigkeit messen, um Über- oder Unterdüngung zu erkennen.
Bei leichter Unterversorgung hilft ein ausgewogener NPK-Dünger in halber Dosis. Für akute Magnesiumprobleme kannst du eine Epsom-Salz-Lösung (1–2 g/L) als Blattspray oder Gießwasser geben. Calcium- oder Cal-Mag-Mängel behebst du mit speziellen Cal-Mag-Produkten oder Dolomitkalk, je nach Medium. Bei Eisenmangel sind chelatierte Eisenpräparate nützlich, vor allem wenn der pH zu hoch ist.
Bei Überdüngung spülst du das Substrat mit klarem Wasser (Flushing), bis der EC-Wert wieder sinkt. Danach fütterst du mit leichten Dosen und beobachtest die Pflanzen. Vermeide wilde Mischungen von Zusatzstoffen; zu viele Zusätze machen die Diagnostik schwerer.
Organische Maßnahmen helfen langfristig: Kompost, Wurmhumus und langsam freisetzende Dünger stabilisieren die Nährstoffversorgung. Gute Bodengesundheit reduziert Schockereignisse und sorgt für gleichmäßiges Wachstum. Kontrolliere auch Bewässerung und Temperatur – häufige Fehler, die Nährstoffaufnahme hemmen.
Notiere Veränderungen täglich, so findest du Muster schneller. Wenn unsicher, sende Fotos an erfahrene Züchterforen oder lies unseren detaillierten Artikel zur Cannabis-Ernährung. Jede Sorte reagiert leicht anders, also beobachte deine Pflanzen und passe die Pflege an.
Praktische Dosierbeispiele helfen oft: Beginne mit einer Viertel- bis halben Dosis des Herstellers und steigere nur bei klarer Besserung. Für Blütephasen nimm ein Produkt mit höherem Phosphoranteil, in der Wachstumsphase eher stickstoffbetont. Epsom-Salz als Magnesiumquelle gebe ich ein- bis zweimal pro Woche in niedriger Konzentration, nie dauerhaft. Cal-Mag nutze ich bei jungen Pflanzen oder bei hartem Wasser sparsam, sonst reicht oft Kalk im Substrat. Bei Hydroponik kontrollierst du EC täglich; in Erde reicht zweimal pro Woche, je nach Topfgröße und Klima.
Diagnose per Foto funktioniert gut, wenn du Nahaufnahmen von betroffenen Blättern, die gesamte Pflanze und den Topf sendest. Schreibe dazu pH-, EC- und Düngeplan auf, das spart Zeit. Bei Unsicherheit lieber eine leichte Korrektur als panisches Überdüngen. Merke: schnelle optische Besserung tritt oft nach 3–7 Tagen ein, vollständige Regeneration braucht mehr Zeit. Protokolliere Maßnahmen und Ergebnisse, dann lernst du, welche Mittel bei deiner Sorte wirken. Bleib geduldig, Pflanzen erholen sich langsam. Wenn du tiefer einsteigen willst, lies den ausführlichen Leitfaden in unserem Beitrag zur Cannabisernährung und prüfe unsere Produktempfehlungen. Kontaktiere uns bei Fragen oder schau in unsere Community für Tipps.